Das volle Paket

Martin CNC-Präzisionsteile GmbH | TILTENTA 6-2300 | Einsatzgebiet: Lohnfertigung | Firmensitz: Aßlar, Deutschland | Mitarbeiter: 15

 

Martin CNC-Präzisionsteile, ein Lohnfertiger aus dem hessischen Aßlar, setzt in der Zerspanung auf Maschinen von HEDELIUS und erweitert damit sein Produktspektrum erheblich. Ein weiterer Gewinn: die hohe Genauigkeit dank der Fünf-Seiten-Bearbeitung.

Die Spezialität von Martin CNC-Präzisionsteile liegt in der Dreh- und Fräsbearbeitung von Einzelteilen und kleinen Serien. Knapp zehn Maschinen – eine Mischung aus Dreh- und Fräszentren mit drei und fünf Achsen – bringen die Teile in Form. »Praktisch möglich sind Werkstücke bis 2,3 Meter Länge«, informiert Holger Martin, Gründer und Geschäftsführer von Martin CNC-Präzisionsteile. Die Losgrößen bewegen sich bei dem Lohnfertiger von 1 bis 1.000 Stück. Bearbeitet werden Aluminium, alle möglichen Stähle sowie Kunststoff – »Aluminium nimmt aber einen Anteil von 80 Prozent ein«, erklärt Holger Martin.

Die meisten Teile sind für den allgemeinen Maschinenbau bestimmt und werden später in Verpackungs-, Druck- oder Schleifmaschinen, Vakuumanlagen, Linearantrieben oder in Vorrichtungen für den Automobilbau eingesetzt. Martin verdeutlicht: »Unser Teilespektrum ist breit gefächert. Wir fertigen, was der Kunde wünscht.« Dazu stehen 15 Mitarbeiter und eine Fläche von 1.000 Quadratmetern zur Verfügung. Seit ein paar Jahren wollen die Kunden verstärkt komplette Komponenten geliefert haben. »Deshalb montieren wir auch«, sagt Martin. Nur die Oberflächenbehandlung übernehmen externe Anbieter.

Die beiden neuesten Maschinen im Maschinenpark sind zwei Bearbeitungszentren von HEDELIUS mit Verfahrwegen von 2.300, 600 und 800 Millimetern in der X-, Y- und Z-Achse. Die erste ›TILTENTA 6–2300‹ wurde vor vier Jahren gekauft. Grund der Anschaffung war ein Kunde, der Teile mit zwei Meter Länge für seine Sondermaschinen angefragt hatte. Mit den bestehenden Bearbeitungszentren konnte der Lohnfertiger jedoch so lange Teile nicht fertigen und musste den Auftrag ablehnen. »Daraufhin haben wir eine Maschine gesucht, die passend ist«, erinnert sich Holger Martin.

Gesagt, getan: Im März 2014 ist der Geschäftsführer mit seinem Team auf die Metav nach Düsseldorf gefahren und hat die HEDELIUS-Maschinen am Stand begutachtet. Nach der Messe fuhren die Zerspanungstechniker an den Produktionsstandort Meppen im Emsland. Im Vorführzentrum konnten sie die Bearbeitungszentren unter Span sehen. Und noch vor Ort hat sich der Lohnfertiger für die T6 entschieden.

Wenig Konkurrenz

»Wir hatten uns schon vorher mit möglichen Anbietern auseinandergesetzt. Wenn ein Neukauf ansteht, werden die Mitarbeiter, die nachher an der Maschine stehen, zu 100 Prozent miteinbezogen«, versichert Martin. Und in dieser Größenordnung gebe es nicht viele Hersteller, so der Geschäftsführer weiter. Einer der wichtigsten Gründe für die T6 war der lange Verfahrweg von 2.300 Millimetern in der X-Achse. Damit kann das Unternehmen jetzt ein größeres Teilespektrum bearbeiten und es sind etliche Aufträge hinzugekommen. »Das hat uns ziemlich vorangebracht«, betont Holger Martin.

Dank der Möglichkeit zur Fünf-Seiten-Bearbeitung haben sich auch die Genauigkeiten verbessert: »Vorher, mit den Drei-Achs-Maschinen, haben wir viel gebastelt, um die geforderten Toleranzen zu schaffen«, veranschaulicht der Geschäftsführer. »Jetzt können wir die Teile mit Genauigkeiten von 0,01 Millimetern in einer Aufspannung komplett fertigen. « Zudem sei der Zeitaufwand fürs Rüsten weniger geworden.

Ein Kriterium war auch, dass HEDELIUS ein deutscher Hersteller ist. Das war Holger Martin enorm wichtig, weil er mit Fräsmaschinen eines ausländischen Herstellers schlechte Erfahrungen hinsichtlich Service und Ersatzteillieferungen gemacht hatte. Als Lohnfertiger steht Martin CNC-Präzisionsteile immer unter Druck. Wenn sich die Lieferzeiten verzögern, weil der Hersteller auf Ersatzteile warten muss, kann das richtig wehtun. Ein guter Service ist deshalb extrem wichtig.

Und der Service bei HEDELIUS sei wirklich top, lobt Holger Martin. Das fing bereits mit der Inbetriebnahme an. Damals hat alles »einwandfrei funktioniert«, so der Geschäftsführer. Alles lief nach Plan und nach vier Tagen lief die T6 – einschließlich der Schulung für die Fünf-Achs-Programmierung und der Einweisung in die Maschine.

Wenn es Probleme gibt, kann HEDELIUS schnell reagieren. Wichtig ist für das Familienunternehmen mit flachen Hierarchien, die Zeit bis zum Serviceeinsatz so kurz wie möglich zu halten. Ein Beleg für die kurze Reaktionszeit: Als im November ein Schlauch bei der T6 kaputtgegangen ist, war noch am selben Tag ein Servicetechniker mit Ersatzteilen vor Ort. Für Fälle wie diese bietet der Maschinenbauer eine Service-Hotline und eine App an.

Die App – eine Entwicklung von HEDELIUS – kann der Kunde ganz einfach herunterladen, seine Kontaktdaten eingeben und seine Maschinen mit Maschinennummern anlegen. Bei Bedarf kann er dann einen Servicefall melden, Ersatzteile bestellen oder eine Wartung buchen. Im Störfall kann der Kunde auch Fotos oder Videos machen. So kann sich sein Team schneller darauf vorbereiten und entscheiden, ob sich das Problem per Telefon lösen lässt oder ein Servicetechniker vor Ort notwendig ist. Unabhängig davon werden die Maschinen einmal im Jahr gewartet. Dazu kommt ein Monteur, der die Funktionen prüft und Verschleißteile austauscht.

»Die T 6 hat uns dann so gut gefallen, dass wir vergangenes Jahr noch mal die gleiche Maschine bestellt haben«, erzählt Martin. Ausgeliefert wurde sie ein halbes Jahr später, im Mai 2018. Eine Schulung war nicht mehr nötig, da die Ausstattung die gleiche ist. Dazu gehören beispielsweise Messtaster, eine Innenkühlmitteleinrichtung, ein Kühlmitteltank, ein großes Werkzeugmagazin, ein Schwenkkopf mit erweitertem Schwenkbereich, ein Rundtisch mit Drehteller sowie eine Trennwand für die Pendelbearbeitung.

Pendelbearbeitung bedeutet, dass der Arbeitsraum mit einer Trennwand in zwei Bereiche geteilt werden kann. So lassen sich zwei kleinere Arbeitsräume unabhängig voneinander nutzen. Die Maschine kann erst Teil A fertigen, und wenn das Programm durchgelaufen ist, fährt die Spindel auf die andere Seite und macht mit Teil B weiter. »Damit hab ich manchmal eine Auslastung von fast 90 Prozent «, meint Holger Martin begeistert. Ein weiterer Pluspunkt ist für ihn die Flexibilität: »Als Lohnfertiger haben wir jede Woche andere Teile auf dem Tisch – mit einer Maschine, die sehr viel kann, sind wir natürlich besser aufgestellt.

« Für den Geschäftsführer Holger Martin steht fest: »Wir werden auch weiter mit HEDELIUS zusammenarbeiten.« Sein Interesse gilt der ›ACURA‹ – ein kompaktes Bearbeitungszentrum mit Automatisierung. Denn ein riesiges Problem sei der Fachkräftemangel, so Martin. Und diese Maschine kann mithilfe eines Palettenhandlingsystems automatisch beladen werden und dann mehrere Stunden über Nacht oder am Wochenende laufen. Damit kann der hessische Betrieb auch künftig wettbewerbsfähig bleiben.

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